3. Station des Fastenprojekts

Am Fastenweg ging es wieder ein Stück weiter – hin zu einem Brunnen. Am dritten Fastensonntag drehte sich alles um das Thema „Wasser“.
Kaplan Hirtreiter erzählte die Geschichte von Herrn Steinreich, der ohne Proviant und Gepäck in die Wüste ging – schließlich kann er sich ja alles kaufen! Doch dort fand er keine Händler, bei denen er sich etwas hätte kaufen können. Schon fast am Ende seiner Kräfte entdeckte Herr Steinreich endlich einen Brunnen. Er beugte sich darüber – und platsch: Sein ganzes Geld fiel in den Brunnen. Todunglücklich, weil er meinte, nun auch sein Glück verloren zu haben, saß er neben dem Brunnen und weinte bitterlich.
Schließlich kam ein Beduine vorbei, wischte ihm Schweiß und Staub aus dem Gesicht und gab ihm etwas zu trinken. Herr Steinreich spürte, wie neue Kraft in ihn zurückkehrte – und er verstand, dass man sich das Schönste auf der Welt, nämlich Leben, Zeit und Liebe, nicht kaufen kann.
Auch die Samariterin am Jakobsbrunnen aus dem Evangelium hatte Durst. Jesus saß am Brunnen und sagte der Frau, dass er ihr lebendiges Wasser geben könne – Wasser, von dem man nie mehr Durst bekommt. Der Mensch dürstet nämlich nicht nur nach Flüssigkeit für den Körper, sondern nach mehr: nach Anerkennung, nach Liebe, nach Geborgenheit. All das gibt Jesus den Menschen – davon erzählen die Evangelien. Und all das kann man sich nicht kaufen. Es sind Geschenke, für die man dankbar sein darf.

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