„Ja, ich mache es!“ – schnell ist eine Zusage ausgesprochen. Doch was geschieht danach? Bleibt es bei den Worten oder folgen auch Taten?
Diese Frage stand beim Gottesdienst am 26. Sonntag im Jahreskreis in der Stadtpfarrkirche im Mittelpunkt. Im Evangelium erzählt Jesus von einem Vater, der seine beiden Söhne bittet, in seinem Weinberg zu arbeiten. Der eine sagt zunächst Nein, geht dann aber doch. Der andere sagt Ja, bleibt aber untätig. Für Jesus zählt deshalb nicht allein, was ein Mensch sagt, sondern vor allem, was er tut.
Solche „Ja-Sager“ kennt wohl jeder. Menschen, die schnell zustimmen, etwas versprechen – und bei denen den Worten dann nicht immer die entsprechenden Taten folgen. Jesus überträgt diese Erfahrung auf den Glauben: Wie schnell ist gesagt: „Ja, ich glaube.“ Doch die Taten können manchmal eine andere Sprache sprechen.
Das Evangelium erinnert daran, dass Gott mehr auf das Tun als auf die Worte schaut. Glaube will nicht nur ausgesprochen, sondern gelebt werden – im Umgang miteinander, in der Bereitschaft zu helfen und in den vielen kleinen guten Taten des Alltags.
Kaplan Hirtreiter hörte deshalb nach kurzer Zeit mit seiner Predigt auf und lud die Mitfeiernden selbst zum Handeln ein. Auf Sonnenblumenblütenblättern aus Papier konnten sie notieren, was sie Gutes tun können. Denn wie sich eine Sonnenblume nach der Sonne ausrichtet, sollen auch Christen immer wieder auf Jesus ausgerichtet sein.
So entstand eine große Sonnenblume mit „Jesus“ in ihrer Mitte und vielen guten Taten als Blütenblättern rundherum. Dabei wurde zugleich sichtbar: Mit dem eigenen Glauben und den eigenen guten Taten ist niemand allein.
Das Evangelium stellt damit eine einfache, aber wichtige Frage: Was folgt aus meinem „Ja“? Denn christlicher Glaube zeigt sich dort, wo aus Worten Taten werden.
