Am 25. Oktober 2026 wurde in Marzill das Patrozinium zu Ehren des heiligen Wolfgang gefeiert, des Diözesanpatrons von Regensburg. Im Mittelpunkt des festlichen Gottesdienstes stand die Frage, was einen guten Hirten auszeichnet und was wir selbst daraus für unser Leben lernen können.
In seiner Predigt griff Kaplan Hirtreiter die Lesung aus dem Buch Ezechiel (Ez 34,11–16) und das Evangelium nach Johannes (Joh 10,11–16) auf. Der Prophet Ezechiel beschreibt Gott als einen guten Hirten, der sich liebevoll um seine Herde kümmert: Er stärkt die Schwachen und verbindet die Verletzten. Im Evangelium spricht Jesus selbst von sich als dem guten Hirten. Beide Texte gehören eng zusammen, denn in Jesus, dem Sohn Gottes, wird die fürsorgliche Liebe Gottes zu den Menschen sichtbar.
Doch was zeichnet einen guten Hirten eigentlich aus? Er hat alle seine Schafe im Blick, übersieht keines und fragt sich immer wieder: Was brauchen die Schafe? Überträgt man das Bild auf die Menschen, lautet die Frage: Was brauchen die Menschen? Ein guter Hirte nimmt Sorgen und Nöte der Menschen wahr. Er bleibt aber nicht beim bloßen Erkennen stehen, sondern handelt.
Ein eindrucksvolles Beispiel dafür ist der heilige Wolfgang. Er verlor nie den Blick für die Menschen in seiner Diözese Regensburg, die er viele Jahre leitete. Er fragte danach, was die Menschen wirklich brauchten. Als eine Hungersnot ausbrach, war die Antwort klar: Die Menschen benötigten Nahrung. Doch es genügte nicht, ihre Not lediglich zu erkennen. Wolfgang handelte und öffnete seine Kornvorräte, um den Hungernden zu helfen.
Damit lebte der heilige Wolfgang vor, was einen guten Hirten auszeichnet: Er sieht die Not, nimmt sie sich zu Herzen und wird tätig. Nächstenliebe zeigt sich eben nicht nur in guten Gedanken, sondern vor allem in konkreter Hilfe.
Auch wir sind eingeladen, etwas von DEM guten Hirten schlechthin, Jesus Christus, durch unser eigenes Leben hindurchscheinen zu lassen. Entscheidend dafür ist, dass wir unsere Mitmenschen nicht aus dem Blick verlieren und bereit sind, das zu teilen, was uns möglich ist.
Ein besonderer Dank gilt dem Mesner, der alles aus der Sakristei in Oberempfenbach mitgebracht hatte, den fleißigen Händen, die den wunderbaren Blumenschmuck hergerichtet hatten, den vier Ministrantinnen sowie den Musikerinnen und Musikern, die den Gottesdienst so feierlich gestalteten.
Zum Danklied stimmte die Gottesdienstgemeinde in das Lied „Großer Gott, wir loben dich“ ein und brachte den Dank und die Freude über die gemeinsame Feier zum Ausdruck.
Der heilige Wolfgang erinnert uns daran, dass ein guter Hirte die Menschen sieht, ihre Not ernst nimmt und ihnen tatkräftig zur Seite steht. Möge sein Beispiel uns ermutigen, mit offenen Augen und einem offenen Herzen durch den Alltag zu gehen – damit auch durch uns die Liebe Jesu Christi für andere spürbar wird.
